Kann man Haustiere vegan ernähren?
Angelegt am: 01.09.2025
Zuletzt bearbeitet am: 01.09.2025
Ja, du kannst „dein” Haustier vegan ernähren.
Bevor wir tiefer einsteigen, sollten wir erstmal klären, warum man überhaupt Haustiere vegan ernähren sollte. Obwohl dieser Irrglaube weit verbreitet ist, handelt es sich bei Fleischfutter nicht um ein „Abfallprodukt”. Vielmehr ist es eine millionenschwere Industrie, die Schlachthäusern unterm Strich mehr Geld beschert. Stattdessen kann man zu pflanzlichem Futter greifen. Dieses ist vegan, weil kein Tiermissbrauch stattfindet. Es kann nämlich nicht fair sein, andere ebenso empfindungsfähige Tiere wie Kühe, Schweine und Hühner ohne Notwendigkeit züchten und für ein Begleit-Tier ins Schlachthaus treten zu lassen. Aber wie steht es wirklich um die Notwendigkeit?
Kann man Hunde vegan ernähren?
Kurz gesagt: Ja, denn Hunde können ihren Nährstoffbedarf problemlos pflanzlich decken. Eine groß angelegte Peer-Review-Studie aus dem Jahr 2022, in der über 2.600 Hunde-„Besitzer” (solche, die „ihren” Hund vegan ernähren und solche, die ihm Fleisch geben) befragt wurden, hat gezeigt, dass die vegan ernährten Hunde tatsächlich am wenigsten krank sind.
In erster Linie brauchen Hunde Kohlenhydrate, Fette sowie Proteine mit den richtigen, essentiellen Aminosäuren. All das können sie aus rein pflanzlichem Futter bekommen. Eine Doktorarbeit aus dem Jahr 2023 ergab, dass in Hundefutter mit Kombination aus verschiedenen Hülsenfrüchten enthaltene Aminosäuren genauso gut nutzbar gemacht werden können wie bei Futter aus Leichenteilen von Hühnern:
Auch diese Studie konnte belegen, dass es bei relevanten Krankheiten keine Zunahme durch veganes Hundefutter gibt. Vegan ernährte Hunde sind und bleiben genauso gesund wie mit Fleisch ernährte.
Kann man Katzen vegan ernähren?
Menschen, die eine Katze vegan ernähren wollen, stoßen oftmals schnell auf Gegenwind. Schließlich essen Katzen als Carnivore natürlicherweise Fleisch und es ist Tierquälerei, ihnen das vorzuenthalten… oder? Es ist zwar richtig, dass Katzen carnivore Tiere sind - allerdings ist die Natur kein passender Maßstab dafür, was moralisch richtig ist. Genau wie Menschen brauchen sie Nährstoffe, nicht Leichenteile oder andere Tierprodukte. Für Katzen sind beispielsweise Taurin, L-Carnitin und Arachidonsäure wichtig, die jedoch synthetisch ergänzt und über pflanzliches Futter aufgenommen werden können. Lass uns dazu nochmal etwas näher hinsehen, was die Wissenschaft sagt: Ist veganes Katzenfutter gesund?
Auch hier gibt uns eine groß angelegte Peer-Review-Studie aus dem Jahr 2021 Aufschluss. Dort wurden über 1.300 Menschen befragt, sowohl solche, die „ihre” Katzen vegan ernähren als auch solche, die sie mit Fleisch füttern. Zusammenfassend hatten ausschließlich pflanzlich ernährte Katzen weniger Magen-Darm-Beschwerden, weniger Lebererkrankungen, waren schlanker und galten insgesamt als gesünder. Die Frage „Ist eine vegane Ernährung für Katzen geeignet?” lässt sich also i.d.R. genau wie bei Hunden mit JA beantworten.
Es gibt bereits seit einigen Jahren pflanzliches Trockenfutter, das als Alleinfuttermittel für Katzen deklariert ist. Daher sind bei der Verwendung für gewöhnlich keine weiteren Supplements/Nahrungsergänzungsmittel nötig, sofern bisher vom Tierarzt nichts besonderes verordnet wurde. Unter anderem auf kokku-online.de oder simplyvegan.de findet man neben den veganen Trockenfuttermitteln von Ami, V.E.G. und Benevo auch ein veganes Nassfutter für Katzen (Benevo Duo), das laut Hersteller bedarfsdeckend ist. Andere Nassfuttersorten, z.B. von V.E.G., sind meistens lediglich als Ergänzungsfuttermittel deklariert, sollten also nicht den relevanten Teil der Ernährung ausmachen.
Vom Selberkochen ist für gewöhnlich abzuraten, bzw. ist es nur bei entsprechender Beratung und Rationsplanung durch eine einschlägige Fachkraft in Erwägung zu ziehen - da viele Rezepte, die im Internet zu finden sind, nicht bedarfsdeckend sind, kritische Nährstoffe (wie Taurin oder Arachidonsäure) häufig fehlen und nicht gewährleistet wird, dass Nährstoffe im richtigen Verhältnis vorhanden sind und aufgenommen werden können.
Sofern das Trockenfutter nicht (direkt) von der Katze angenommen/akzeptiert wird, kann man es auch einweichen und quasi als Nassfutter anbieten. Das kann auch bei der Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung hilfreich sein, da man so schrittweise das pflanzliche Trockenfutter unter das bestehende Nassfutter mischen kann.
Die Umstellung kann in Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen, auch wenn viele dem Thema ggü. nicht offen und häufig nicht mit der Studienlage dazu vertraut sind. In diesen Fällen kann man sie dennoch nach ihrer bestmöglichen Unterstützung fragen. Dazu gehört beispielsweise die Klärung zu tierspezifischem Nährstoffbedarf (z. B. aufgrund von Alter oder bestimmten chronischen Krankheiten) und Kontrolluntersuchungen, vorrangig der Blutwerte.
Weitere Informationen zur Studienlage und zur Frage, ob wir Haustiere vegan ernähren sollten, findet ihr auf tiervutter.de.
Zwischenfazit
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Hunde und Katzen rein pflanzlich zu ernähren, sofern sie das Futter fressen und auf bestimmte Kriterien geachtet wird. Dies untermauert auch Tierarzt Dr. Andrew Knight: „Unabhängig von der Kombination aus Bestandteilen sollten Futtermittel so formuliert werden, dass sie den Anforderungen der jeweiligen Tierart in Bezug auf Geschmack, Nährwerte und Bioverfügbarkeit entsprechen. Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, warum ein Futter, das nur aus pflanzlichen, mineralischen und synthetischen Inhaltsstoffen besteht, nicht alle diese Anforderungen erfüllen kann”.
Eines ist dabei logisch: Menschen müssen sich mit Ernährung befassen, wenn sie ihr Leben lang gesund bleiben wollen. Selbiges gilt für die Haustier-Ernährung, ob das Katzen- und Hundefutter vegan ist oder nicht.
Für ausgewachsene, gesunde Hunde und Katzen gibt es nährstoff-deckendes Fertigfutter. Sowohl was veganes Hundefutter als auch veganes Katzenfutter angeht, ist es wichtig, darauf zu achten, dass es sich um Alleinfuttermittel handelt. 
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Aber ist das alles nicht unnatürlicher Zwang?
Wer vegan Haustiere halten will, für den ist auch die Ernährung ein wichtiges Thema. Genau betrachtet können Hunde und Katzen selbst gar nicht vegan sein, da Veganismus keine Ernährungsform, sondern eine moralische Haltung ist. Zu dieser können sich die Tiere, die mit uns leben, nicht entscheiden. Wir können nur entscheiden, sie pflanzlich zu ernähren.
Als Entscheidungsträger zwingen wir Haustieren (wie auch Kindern) IMMER unsere Moral und die damit einhergehenden Konsumentscheidungen auf. Das kann bedeuten, dass wir sie zwingen, ohne ihr Wissen die toten Körper anderer zu essen - oder eben, Pflanzen zu essen. Wie schon beschrieben, kann die Natur hierbei kein moralischer Kompass sein.
Davon abgesehen existieren Hunde und Katzen, wie wir sie heute kennen, nur durch Domestizierung und haben sich aufgrund von menschlicher Verantwortungslosigkeit (z. B. in Bezug auf Kastrationen) extrem vermehrt. Durch Zucht wurden Hund und Katze den menschlichen Bedürfnissen immer weiter angepasst und haben mit ihren wilden Vorfahren wie Wölfen oder Löwen heutzutage kaum mehr etwas gemeinsam. Von der Natur sind wir also bereits weit entfernt. Veganes Tierfutter ist eine menschengemachte Lösung für ein menschengemachtes Problem, die es ermöglicht, die vielen Haustiere zu füttern, ohne dafür andere ermorden zu lassen.
Leuchtet ein, oder? Dann LEB VEGAN STATT IRRATIONAL. 🐕🐈⬛⚖️
Grundsätzlich gilt bei einer veganen Lebensweise übrigens: Adopt, don’t shop. Tiere sollten keine Ware sein, die nach unseren Vorstellungen gezüchtet, verkauft oder verschenkt werden. Es leben viele Tiere in Tierheimen, für die ein neues Zuhause ein besseres Leben bedeuten kann; Und mittlerweile gibt es einige Organisationen, die sich auf die Vermittlung von Straßenkatzen (und -hunden) spezialisiert haben. Auch ist es wichtig, sich der Verantwortung bewusst zu sein, die man ggf. für ein Haustier übernimmt. Das Leben mit einem tierischen Begleiter erfordert Geld und Zeit, um ihren verschiedenen Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht zu werden.
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Vegane Hundeernährung: Tierarzt erklärt, warum Hunde gesund pflanzlich leben können
Kann man Hunde vegan ernähren? Ja – sagt Tierarzt Dr. med. vet. Uwe Romberger im Interview. Er füttert „seine” Hunde seit über sieben Jahren mit veganem Hundefutter und bestätigt: Vegane Hundeernährung ist möglich, gesund und tierschutzkonform – wenn sie bedarfsdeckend erfolgt. Studien zeigen, dass pflanzlich ernährte Hunde mindestens genauso gesund sind wie mit Fleisch gefütterte.
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