Sind E-Nummern vegan?

Angelegt am: 14.04.2026
Zuletzt bearbeitet am: 14.04.2026

Die Frage, ob E-Nummern vegan sind, lässt sich nicht pauschal beantworten: Viele E-Nummern sind vegan, einige wie Karmin oder Gelatine stammen jedoch aus tierischen Quellen. Zusätzlich gibt es E-Nummern, deren Ursprung sowohl pflanzlich als auch tierisch sein kann. Ob ein Produkt vegan ist, hängt daher von der konkreten Herkunft des Zusatzstoffes ab.

E-Nummern tauchen auf der Zutatenliste vieler verarbeiteter Lebensmittel auf. Sie sind für viele Menschen schwer einzuordnen und gerade im Kontext von Veganismus entsteht dadurch Unsicherheit. Viele fragen sich: Sind E-Nummern vegan oder verstecken sich dahinter tierische Inhaltsstoffe?

 

Was sind E-Nummern?

E-Nummern sind von der EU zugelassene Zusatzstoffe, die Lebensmitteln gezielt zugesetzt werden. Sie stehen für geprüfte Stoffe wie Konservierungsmittel oder Farbstoffe und werden einheitlich mit einem Code gekennzeichnet. Ihre Funktionen sind vielfältig: Sie verlängern die Haltbarkeit, stabilisieren die Konsistenz, erleichtern die Verarbeitung, oder verbessern Geschmack und Aussehen. Ohne E-Nummern wären viele verarbeitete Lebensmittel weniger lange haltbar oder schwerer herzustellen. Grundsätzlich können E-Nummern vegan, also pflanzlichen Ursprungs, aber auch tierischen Ursprungs sein.

 

Sind E-Nummern schädlich? 

E-Nummer sind nicht per se schlecht. Viele setzen sie automatisch mit “chemisch” oder “künstlich” gleich. Hier entsteht ein Denkfehler: Erstens können Zusatzstoffe auch natürlichen Ursprungs sein.
Zweitens bedeutet “chemisch” nicht unbedingt schlecht und “natürlich” nicht unbedingt gut. Alles ist Chemie: von der Fertigmahlzeit bis zum Apfel - unsere Nahrung besteht vollständig aus chemischen Verbindungen. Alles, was wir sehen, essen oder trinken, ist Chemie. Der Begriff wird jedoch oft emotional aufgeladen, obwohl er eigentlich wertneutral ist. Dasselbe geschieht in umgekehrter Richtung mit der Natur: Sie wird häufig glorifiziert, obwohl sie grausam und gefährlich sein kann. Mehr über diesen sogenannten naturalistischen Fehlschluss erfährst du hier:
➡️ Ist vegane Ernährung unnatürlich?

 

Welche E-Nummern sind vegan und welche nicht?

👉 Eine Übersichts-Tabelle findest du am Ende dieses FAQs.

Diese Frage stellen sich viele Menschen, die vegan leben. Die zentrale Herausforderung liegt darin, dass E-Nummern in der Praxis in 3 Kategorien fallen:


Nicht vegane E-Nummern
 

Welche E-Nummern sind nicht vegan? Die Liste ist tatsächlich recht kurz. Ein besonders bekanntes Beispiel ist E120 Karmin. Dieser rote Farbstoff wird aus Schildläusen gewonnen, die gezüchtet, getrocknet und verarbeitet werden. Er findet sich oft in Süßigkeiten, Getränken, Lippenstiften und anderen roten Produkten.

Ist Karmin vegan
Weitere klassische Fälle sind das glänzende Überzugsmittel E904 Schellack, das aus Ausscheidungen von Insekten hergestellt wird, oder E441 Gelatine aus Knochen und Haut von Tieren, die meist von Schlachthäusern abgekauft werden.
👉 Zur Orientierung hier eine klare Liste von E-Nummern mit tierischem Ursprung: 
  • E120 - Karmin (aus Schildläusen)
  • E441 - Gelatine (auch Knochen und Haut)
  • E542 - Knochenphosphat (aus gemahlenen Knochen) 
  • E901 - Bienenwachs
  • E904 - Schellack (aus Lackschildläusen)
  • E913 - Lanolin (aus Schafswolle) 
  • E966 - Lactit (aus Milchzucker)


Vegane E-Nummern
 

Welche E-Nummern sind vegan? Hierzu gehören viele pflanzliche Verdickungsmittel und Mineralstoffe.

Beispiele für typischerweise vegane E-Nummern sind:
  • E300 - Ascorbinsäure
  • E406 - Agar-Agar
  • E412 - Guarkernmehl
  • E414 - Gummi arabicum
  • E500 - Natriumcarbonate


E-Nummern mit unklarer Herkunft
 

Deutlich schwieriger wird es bei E-Nummern, die sowohl tierisch als auch pflanzlich produziert werden können und somit eine Grauzone bilden. Gründe sind vor allem wirtschaftliche Faktoren wie Kosten und Verfügbarkeit der Rohstoffe. Auf der Verpackung wird normalerweise kein konkreter Ursprung angegeben. Ein typisches Beispiel sind Lecithine (E322). Lecithine sind sogenannte Emulgatoren. Sie sorgen dafür, dass sich Stoffe verbinden, die sich eigentlich nicht mischen (z.B. Wasser und Fett). Sie können sowohl aus veganen Quellen wie Soja, Sonnenblume oder Raps als auch aus Eigelb stammen. 

Häufige E-Nummern mit unklarer Herkunft sind: 
  • E322 - Lecithine 
  • E471 - Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren
  • E472(a-f) - Ester von Mono- und Diglyceriden
  • E570 - Speisefettsäuren
  • E422 - Glycerin


Wie erkennt man vegane E-Nummern?
 

Ob E-Nummern vegan sind, erkennt man am besten an verlässlichen Vegan-Labels. Bei seriösen Labels wie der Veganblume der Vegan Society oder dem V-Label wird die Herkunft der Inhaltsstoffe geprüft - auch bei potenziell gemischter Herkunft wie E-Nummern. Ansonsten bleiben noch die Optionen recherchieren, Hersteller kontaktieren oder auf Alternativen ausweichen.

 

Fazit - Sind E-Nummern vegan? 

Ob E-Nummern vegan sind, hängt vom Ursprung ab. Viele E-Nummern sind vegan und können problemlos konsumiert werden. Einige andere, wie E120 Karmin, das aus Schildläusen hergestellt wird, sind eindeutig nicht vegan. Zudem bewegen sich einige Zusatzstoffe, insbesondere Emulgatoren, in einer Grauzone. So können diese E-Nummern tierisch oder pflanzlich sein. Hier ein Überblick für die Einkaufstasche:

Sind Zusatzstoffe vegan

Wir verstehen, dass das Thema zunächst verwirrend erscheinen könnte - aber keine Panik. Nimm einfach unsere Liste von nicht veganen E-Nummern mit zum Einkaufen. Im Zweifel geben Vegan-Labels Sicherheit. Mit der Zeit wirst du nicht vegane E-Nummern und Produkte schneller wiedererkennen und die Kaufentscheidungen werden deutlich leichter 😊

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