Was versteht man unter Laborfleisch und ist Laborfleisch vegan?

Angelegt am: 05.02.2026
Zuletzt bearbeitet am: 23.02.2026

Laborfleisch, oft auch als In-vitro-Fleisch, künstliches Fleisch oder Clean Meat bezeichnet, gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit. Könnte das der Weg sein, um den Geschmack von Fleisch zu haben, ohne dass dafür Tiere ins Schlachthaus müssen? Und ist Laborfleisch somit vegan?


Was ist Laborfleisch?

Laborfleisch ist echtes tierisches Muskelgewebe, das aus tierischen Zellen im Labor gezüchtet wird. Im Gegensatz dazu nutzt aktuell erhältliches veganes Fleisch Pflanzenproteine und -stoffe zur Nachahmung von Geschmack und Textur. Mehr dazu erfährst du in unserem PROTEIN-GUIDE 💪
Im Moment ist Laborfleisch nur in sehr wenigen Restaurants oder Pilotprojekten in ausgewählten Städten erhältlich, meist in Form von Testgerichten.

 

Wie wird In-vitro-Fleisch hergestellt?

Grundsätzlich ist In-vitro-Fleisch eine Technologie, bei der echtes tierisches Muskelgewebe nicht mehr durch Schlachtung erzeugt wird, sondern durch Zellvermehrung. Die gängigste Form, Laborfleisch herzustellen, funktioniert so: Tieren werden zunächst Stammzellen entnommen. Anschließend werden die Zellen in Bioreaktoren vermehrt, die den Tierkörper ersetzen. Hierbei muss auch eine Nährlösung zum Einsatz kommen (wie wir später sehen werden, stellt dies eine der größten Problematiken dar). Wenn alles funktioniert, entsteht am Ende Muskelgewebe, also Laborfleisch.

 

Ist In-vitro-Fleisch vegan?

Beim Veganismus geht es nicht darum, dogmatisch und aus reinem Selbstzweck keine Tierprodukte zu essen. Der zentrale Punkt ist die Frage, ob im Herstellungsprozess Tiermissbrauch stattfindet. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Laborfleisch vegan sein könnte - immerhin können mit nur einer Zellentnahme mehrere Tonnen Fleisch hergestellt werden, sodass sehr vielen Tieren Züchtung, Haltung und Schlachthaus erspart bleiben. In der Praxis ist es aber komplizierter.


Problem 1: Nährmedien 

In der Entwicklung von In-vitro-Fleisch wurden und werden bis heute häufig Nährlösungen genutzt, die fötales Kälberserum (FKS) enthalten. FKS wird aus dem Blut von Rinderföten gewonnen, deren trächtige Mutter im Schlachthof ermordet wurde. Der Fötus stirbt in aller Regel ebenfalls. Viele Hersteller arbeiten zwar an serumfreien, synthetischen oder pflanzlichen Alternativen, die Umstellung ist jedoch technisch und wirtschaftlich noch nicht vollständig abgeschlossen.
Auch jenseits von FKS gibt es tierische Bestandteile, die teilweise im Produktionsprozess eingesetzt werden. Dazu gehören tierische Wachstumsfaktoren, Gelatine und Kollagen. Außerdem kann es zu Tierversuchen in Forschung und Zulassung kommen.


Problem 2: Potenziell missbräuchliche Tierhaltung

Aktuell befinden wir uns (noch?) nicht an einem Punkt, an dem Clean Meat weitere Tierhaltung ausschließt, weil immer wieder neue Zellproben entnommen werden müssen. Derzeit ist nämlich unklar, ob langfristig stabile Zelllinien ohne wiederholte Tierentnahmen industriell zuverlässig genutzt werden können. Auch ist fraglich, unter welchen Bedingungen die dafür genutzten Tiere leben müssen. Zusätzlich ist denkbar, dass Tiere parallel für andere Produkte wie Milch oder Eier missbraucht werden würden.

 

Mögliche Zukunftsperspektiven

Theoretisch könnte Laborfleisch vegan sein. Möglich wäre dies in einem Szenario, in dem einmalig eine unbegrenzt weiter vermehrbare Zellprobe entnommen wird, das Tier danach in Ruhe weiterlebt und alle folgenden Produktionsschritte ohne tierische Stoffe ablaufen. Dies wäre zumindest plausibel als vegan argumentierbar, weil kein systematischer Tiermissbrauch mehr stattfindet, sondern nur ein einmaliger Eingriff, der vergleichbar mit einer medizinischen Probeentnahme sein und das Ende von Schlachtungen bedeuten könnte.
Selbst, wenn es niemals klappt: Wir brauchen kein Laborfleisch und können alle essenziellen Nährstoffe aus pflanzlicher Ernährung bekommen. Du musst nicht auf Laborfleisch warten, um vegan zu leben - weder aus gesundheitlicher und erst recht nicht aus ethischer Perspektive. 

 

Fazit

Theoretisch könnte In-vitro-Fleisch vegan sein, ist aber in der Realität noch nicht so weit. Sollte die Herstellung zukünftig ohne fötales Kälberserum (und weitere tierische Bestandteile) funktionieren, würde sich die Bewertung deutlich verschieben. Dann hinge es vor allem davon ab, ob die Zelllinien dauerhaft ohne neue Tiere betrieben werden können, oder ob regelmäßig neue Zellproben nötig sind. Solange weiterhin Tiere entgegen ihrer Interessen für ihr Zellmaterial gezüchtet und gehalten werden, ist Laborfleisch nicht vegan. Das System basiert dann weiterhin auf Tiermissbrauch, selbst wenn weniger Individuen betroffen sind.
Uns ist bewusst, dass sich dieser Bereich aktuell schnell weiterentwickelt und wir behalten das für euch auf dem Schirm ✅

➡️ Teile unsere Antwort:

BEWIRB DICH JETZT!

Unterstütze uns

Gemeinsam wollen wir NVSINO zur ultimativen Tierrechtsplattform im deutschen Sprachraum machen. Da der Shop selbst aktuell noch keine Einnahmen erzielt, wird unsere Arbeit aus Raffaelas und Tobis persönlichen Social-Media-Einnahmen finanziert.

Du feierst, was wir tun? Dann freuen wir uns riesig, wenn du uns auf Paypal unterstützt 💚 Jeder Euro fließt in unser Ziel, einen möglichst großen Impact für Tierrechte in dieser Generation zu haben!

Was wir möglich machen

Jeden Monat erreichen wir gemeinsam über 30 Millionen Menschen - und es werden täglich mehr 📈
30 Millionen Menschen, die unsere Videos sehen, ins Nachdenken kommen und beginnen, Tierrechte und Veganismus verstehen.
Unsere Botschaft ist nicht zu übersehen - und sie bewegt die Massen ✊

Und wofür das alles?

Unser Einsatz wirkt 🔥
Wir haben bereits Zehntausende Nachrichten von Menschen erhalten, die durch unseren Content vegan geworden sind - und jeden Tag kommen neue dazu.
Die Veränderung ist real. Die Stimmen sprechen für sich. Hier ein paar besonders einprägsame Beispiele: