Neun Schritte bis zu deiner Aktivismus-Strategie
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Raffaela hatte einen langen Guide zum Tierrechtsaktivismus geschrieben. Kurz vor der VeggieWorld Ende März war das Dokument gelöscht.
Fertig wurde bis zur Messe ein Arbeitsblatt, zwanzig Seiten. Am Samstag hat sie dazu einen Vortrag gehalten, „Kreativer Aktivismus“. Ein paar Tage später stand das Ganze als Wizard auf wie-aktiv.
Die Stimmung nach dem Vortrag
Ein Teil der Zuhörer kam gleich danach an unseren Stand. Sie wollten reden und Infos haben. Das Arbeitsblatt wollten sie mitnehmen, den Wizard sofort ausprobieren.
Das war die deutlichste Rückmeldung, die wir an dem Wochenende bekommen haben.
Wozu das gut ist
Wer etwas tun will, weiß meistens schon, was ihn stört. Schwieriger ist die Frage, was daraus folgen soll.
Wer schüchtern ist, stellt sich einen Stand in der Fußgängerzone vor und lässt es bleiben. In unserem Newsletter zur Messe stand: aktiv werden heißt nicht, dass du mit einem Megafon die nächste Burgerkette stürmen musst.
Neun Schritte
Der Wizard fragt zuerst, was dich am Umgang mit Tieren stört, was du gut kannst und was dich interessiert. Daraus baut er deine Nische. Danach kommen der Hebel, an dem du ansetzen willst, ein Lebensprojekt für die nächsten Jahre, monatliche Ziele und Gewohnheiten für die Woche. Am Schluss stehen ein Machbarkeits-Check und die Frage, woran du deinen Erfolg misst.
Zu den offenen Feldern gibt es Vorschläge zum Anklicken. Der Stand wird gespeichert, du kannst also mittendrin aufhören und später weitermachen.
Die Waage
Aus dem Arbeitsblatt ist uns vor allem eine Waage in Erinnerung geblieben. Auf der einen Schale liegen die Hürden, die Leute vom veganen Leben abhalten: Gewohnheit, Geschmack, Preis, sozialer Druck. Auf der anderen liegt das schlechte Gewissen, also der Widerspruch zwischen „ich finde Tiermissbrauch falsch“ und dem, was man dann tut.
Ansetzen kann man an beiden Schalen. Der eine Weg ist helfen und den Einstieg leichter machen. Der andere ist konfrontieren und Tierleid zeigen. Über die Frage, welcher davon der richtige ist, streitet die Bewegung seit Jahren. Der Wizard lässt dich wählen und auch mischen.
Was mir aufgefallen ist, als ich ihn ausgefüllt habe
Ich bin Tobi und habe den Wizard selbst ausgefüllt. Ein Teil der Hürden, die dabei herauskamen, stelle ich mir selbst.
Die Vorstellung davon, was Aktivismus ist und wer dafür taugt, kommt oft von außen. Von dem, was man auf Social Media sieht. Von Gesprächen mit anderen, die einen eigentlich weiterbringen sollten. Manches davon engt eher ein. Man macht einen Rückzieher, weil man denkt, man kann das sowieso nicht.
Den Wizard durchzugehen hat mir das gezeigt. Damit hatte ich vorher nicht gerechnet.
Schritt acht
In Schritt acht kommt der Machbarkeits-Check. Sechs Kästchen zum Ankreuzen: zu kompliziert, zu anstrengend, zu zeitaufwendig, zu unangenehm, zu teuer, zu schwer für mich. Darunter fragt der Wizard, was du vereinfachen kannst.
Ich halte diesen Schritt für den wichtigsten von den neun.
Am Ende unterschreibst du
Das letzte Blatt trägt alles zusammen und lässt sich ausdrucken. Darunter steht eine Selbstverpflichtung für sechs Monate, mit einem Feld zum Unterschreiben, per Finger oder Maus. Rechtlich ist das nichts. Wir mögen es trotzdem.
Wo du das findest
Der Wizard steht auf wie-aktiv und braucht keine Anmeldung. Raffaelas Vortrag ist auf derselben Seite eingebettet. Das Arbeitsblatt zum Ausdrucken liegt als PDF daneben.
Falls dabei herauskommt, dass Straßenaktivismus doch etwas für dich ist: unsere Termine stehen online.