Was ist Speziesismus?

Angelegt am: 01.09.2025
Zuletzt bearbeitet am: 31.10.2026

Speziesismus ist die Diskriminierung aufgrund der Artzugehörigkeit. Es handelt sich meist um die erste Form von Diskriminierung, die wir als Kinder erlernen. Uns wird gezeigt, dass man Hunde streichelt, aber Schweine, Kühe oder Hühner tötet und isst. Diese Trennung ist genauso irrational wie Rassismus, Sexismus oder Homofeindlichkeit. Trotzdem wird versucht, über die immer mitschwingende, speziesistische Aussage „Es sind ja nur Tiere” unvorstellbare Grausamkeiten zu rechtfertigen.

Die Kategorisierung von Tieren in „Nutztiere" und „Haustiere" ist willkürlich und basiert auf kulturellen Traditionen, nicht auf ethischer Logik. Wo liegt der moralisch relevante Unterschied zwischen Hunden oder auch Menschen und Schweinen, Kühen usw., der es rechtfertigt, letztere in Gaskammern zu treiben oder sie abzustechen?

 
Und weiter: Warum werden Menschen durch Menschenrechte geschützt, während es für andere empfindungsfähige Wesen keine Tierrechte gibt?

Anti-Speziesismus verkennt nicht, dass es Unterschiede zwischen uns und anderen Tieren gibt. So gibt es auch Unterschiede zwischen Menschen: Augenfarben, Hautfarben, Geschlechter und vieles mehr. Jedoch ist keiner dieser Unterschiede eine zureichende Rechtfertigung, um jemandem Sklavenstatus zuzuschreiben - ebenso wenig wie die Spezieszugehörigkeit.
Wenn du gegen Rassismus, Sexismus und andere Formen der Diskriminierung bist, solltest du auch Speziesismus hinterfragen, vegan leben und dich aktiv für die Tiere einsetzen, deren Stimmen Tag für Tag unterdrückt werden!

1815 und 2015 nebeneinander: links ein erhängter Mensch über dem Wort Rassismus, rechts ein aufgehängtes Schwein über dem Wort Speziesismus

Zeichnung: versklavte Menschen mit Halseisen und Ketten an Bord eines SchiffsRinder mit Ketten um den Hals im Stall

Collage „Be on the right side of history“: Hände verschiedener Hautfarben, ein Plakat „Votes for Women“, ein Herz in Regenbogenfarben und ein Schwein im Stall mit „Be vegan for them“

Woher der Begriff kommt

Das Wort hat der britische Psychologe Richard Ryder 1970 geprägt. Er verteilte damals in Oxford ein Flugblatt mit dem Titel „Speciesism“. Bekannt wurde der Begriff fünf Jahre später durch den australischen Philosophen Peter Singer. In seinem Buch „Animal Liberation“ (deutsch: „Die Befreiung der Tiere“) stellt er Speziesismus neben Rassismus und Sexismus: Jedes Mal zählen die Interessen einer Gruppe weniger, nur weil sie zu einer anderen Gruppe gehört.

Kaninchen: Haustier oder Braten?

Wie willkürlich die Einteilung ist, siehst du schon in Deutschland. Kaninchen leben hier in Kinderzimmern und landen genauso als Braten auf dem Teller. Meerschweinchen sind bei uns Haustiere, in Peru ein traditionelles Gericht. Und ob ein Hund gestreichelt oder gegessen wird, hängt davon ab, in welchem Land er lebt. Am Tier selbst ändert das nichts. Angst und Schmerz spürt es so oder so.

Was oft dagegen gesagt wird

„Menschen sind nun mal intelligenter.“ Unter Menschen entscheidet Intelligenz auch nicht darüber, wer geschützt wird. Ein Baby hat dieselben Rechte wie eine Professorin. Wenn es darum geht, ob man jemandem Schmerzen zufügen darf, zählt allein, ob er leiden kann.

„Tiere fressen doch auch Tiere.“ Ein Löwe muss jagen, um zu überleben, und kann nicht abwägen. Du kannst es. Mehr dazu in der FAQ: „Löwen essen auch Fleisch“.

„Pflanzen haben auch Gefühle.“ Pflanzen haben kein Gehirn und kein Nervensystem, mit dem sie Schmerz empfinden könnten. Wer Pflanzen schützen will, sollte erst recht vegan leben, weil für Fleisch, Milch und Eier ein Vielfaches an Pflanzen als Futter angebaut wird. Ausführlich: „Pflanzen haben auch Gefühle“.

„Das war schon immer so.“ Das galt auch für vieles, was wir heute zu Recht ablehnen. Dass eine Gewohnheit alt ist, macht sie nicht gerecht.

Weiterlesen

Was Veganismus genau umfasst, steht in unserer Veganismus-Definition. Und was das für die Tiere heißt, die heute in Ställen stehen, siehst du auf Warum vegan?.

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