Vegane Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit & Säuglingsalter

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Guides dienen ausschließlich der allgemeinen Information, können Fehler beinhalten und ersetzen keine individuelle medizinische, ernährungswissenschaftliche oder hebammengeleitete Beratung sowie keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. Schwangerschaft, Stillzeit und die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern erfordern eine persönliche fachliche Begleitung. Gesundheitliche Entscheidungen erfolgen auf eigene Verantwortung und sollten stets mit qualifizierten Fachpersonen abgestimmt werden.

Der faktenbasierte Guide für werdende Eltern

Schwangerschafts- und Stillguide — vegan und informiert durch die ersten Jahre

Dieser Guide wurde durch Dr. med. Raffaela Raab, Die Militante Veganerin in Zusammenarbeit mit Dr. Anika Döll und Christina Dengg (BBSc, MSc Ernährungswissenschaft) erstellt:

Dr. Anika Döll, Ärztin für Allgemeinmedizin und Ernährungsmedizinerin
Dr. Anika Döll ist Ärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung zur Ernährungsmedizinerin. In ihrer Praxis unterstützt sie Menschen dabei, sich auch in Schwangerschaft und Stillzeit gesund und sorglos vegan zu ernähren.
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Christina Dengg, Ernährungswissenschaftlerin BBSc, MSc
Christina Dengg (BBSc, MSc) ist Ernährungswissenschaftlerin und bietet u.a. Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit an. Mit diesem Guide möchte sie dazu beitragen, (werdenden) Eltern Unsicherheiten zu nehmen.
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Teil 1 – Schwangerschaft · 1. Warum Ernährung in Schwangerschaft (& Stillzeit) besonders wichtig ist

Illustration: schwangere Frau umgeben von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen

Die Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit beeinflusst die Gesundheit des Kindes langfristig. Bereits ab der Empfängnis spielen Ernährungsfaktoren eine Rolle für:

  • Entwicklung des Kindes
  • Spätere Krankheitsrisiken
  • Schwangerschaftsverlauf
  • Stoffwechselprogrammierung

Diese frühen Einflüsse werden häufig als „erste 1000 Tage“ bezeichnet. Sie reichen von der Empfängnis bis etwa zum zweiten Lebensjahr.

Wichtig vorab: Es ist grundsätzlich möglich, als Veganerin ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Voraussetzung ist – wie bei jeder Schwangerschaft –, dass man sich eingehend mit den Bedürfnissen der Mutter und des (ungeborenen) Kindes auseinandersetzt.

2. Position wissenschaftlicher Fachgesellschaften zu (rein) pflanzlicher Ernährung während der Schwangerschaft

Illustration: ein Positionspapier mit Stempel vor einer Reihe von Fachleuten

Aktuelle Einschätzung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung; 2024): Aufgrund begrenzter Datenlage kann keine eindeutige Empfehlung für oder gegen eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft (und Stillzeit) ausgesprochen werden.

Deshalb gelten zwei zentrale Voraussetzungen:

  1. Fundiertes Wissen über vegane Ernährung
  2. Regelmäßige ärztliche Kontrolle der Nährstoffversorgung

Zusätzlich wird empfohlen:

Wichtig ist: Eine rein pflanzliche Ernährung kann – wie jede Ernährungsform – gut oder schlecht umgesetzt werden. Auch mischköstliche Ernährung (in Schwangerschaft und Stillzeit sowie Kindesalter) ist oft weit von optimal entfernt. Entscheidend sind:

3. Studienlage zu veganer Ernährung in der Schwangerschaft

Illustration: drei Personen in weißen Kitteln werten Studien mit Lupe und Fachbuch aus

➡️ Ausführliche Studienanalysen findest du auf studienabc.de
Mehrere systematische Reviews haben untersucht, wie sich eine vegane Ernährung auf Schwangerschaft und Kind auswirkt:

Unter Einbeziehung von Nahrungsergänzungsmitteln können sowohl vegane als auch mischköstliche Schwangere ihren Bedarf decken. Darüber hinaus konnten folgende Zusammenhänge beobachtet werden:

  • Teilweise geringeres Geburtsgewicht der Kinder
  • Teilweise höheres Risiko für SGA (small for gestational age)

Diese Ergebnisse hängen jedoch u.a. mit dem BMI der Mutter zusammen und weniger mit der Frage „vegan oder nicht vegan“.

Andere Studien hingegen zeigen mögliche Vorteile gut geplanter rein pflanzlicher Ernährungsmuster:

  • Assoziiert mit geringerem Risiko für Schwangerschaftsdiabetes sowie Präeklampsie (Schwangerschaftskomplikation, bei der die Mutter nach der 20. Schwangerschaftswoche Bluthochdruck entwickelt)
  • Mögliche positive Effekte durch höhere Aufnahme von Ballaststoffen und Kalium
  • Teilweise geringere Gewichtszunahme während der Schwangerschaft

→ Insgesamt gilt: Eine gut geplante vegane Ernährung mit Supplementierung kann eine ausreichende Versorgung ermöglichen

4. Nährstoff-Leitfaden Schwangerschaft

Illustration: schwangere Frau neben Präparaten für Folsäure, B12, DHA und Eisen mit dem Hinweis „Erhöhter Nährstoffbedarf“

4.1 Veränderter Nährstoffbedarf

Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an verschiedenen Nährstoffen. Gründe sind unter anderem:

  • Wachstum des Kindes
  • Bildung der Plazenta
  • Erweiterung des Blutvolumens
  • Aufbau von Gewebe

Eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft braucht gute Planung, gezielte Supplemente und ärztliche Begleitung bzw. Begleitung von Ernährungsfachpersonal.

→ Kritische Nährstoffe in der Schwangerschaft

Die Grundlage der Nährstoffversorgung sollten Lebensmittel aus der Ernährungspyramide in unserem Guide zur veganen Tellergestaltung (S. 3) darstellen, wobei insbesondere in der Schwangerschaft zusätzlich auf spezifische Nährstoffe geachtet werden soll.
Unabhängig davon, ob sich jemand vegan oder mischköstlich ernährt, werden u.a. während einer Schwangerschaft standardmäßig einige Nährstoffsupplemente empfohlen. Es ist also nichts Ungewöhnliches, in der Schwangerschaft auf solche Ergänzungen zurückzugreifen, um allgemein Mängeln vorzubeugen und spezifische Nährstofflücken abzudecken.
Wichtig ist jedoch, besonders in vulnerablen Phasen wie einer Schwangerschaft, nicht eigenständig zu dosieren, sondern gemeinsam mit Ärzten oder Ernährungsspezialisten eine sichere und bedarfsgerechte Dosierung festzulegen.

→ Übersichtstabelle: Supplementierung in der Schwangerschaft

💡 Im Folgenden handelt es sich nicht um einen Ersatz für eine individuelle Ernährungs- und Gesundheitsberatung durch qualifiziertes Fachpersonal. Alle Angaben ohne Gewähr!

Wichtiger Hinweis: Die bereitgestellten Produktverlinkungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Die Auswahl und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte insbesondere während Schwangerschaft und Stillzeit immer individuell und in Rücksprache mit einer qualifizierten Ärztin/Arzt erfolgen.

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4.2 Allgemein kritische Nährstoffe in der Schwangerschaft

4.2.1 Folsäure

Bereits bei Kinderwunsch und im frühen Schwangerschaftsverlauf ist Folsäure wichtig. In Deutschland werden meist 400 µg täglich empfohlen, möglichst schon mindestens 4 Wochen vor der Empfängnis und bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels. Der Grund ist, dass sich das Neuralrohr des Embryos sehr früh schließt, oft schon zu einem Zeitpunkt, an dem viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind.
Wenn erst später begonnen wird, empfehlen deutsche Fachquellen häufig 800 µg Folsäure pro Tag bis zum Ende des 1. Trimesters.

Beispielprodukt:

4.2.2 Vitamin D

In unseren Breitengraden besteht aufgrund zu geringer Sonneneinstrahlung häufig ein Vitamin-D-Mangel. Weiters kann Vitamin D bei hellhäutigen Menschen zwar grundsätzlich durch Sonneneinstrahlung gebildet werden, aufgrund der hautschädigenden UV-Strahlung wird Sonne jedoch nicht als empfohlene Hauptquelle für Vitamin D angesehen. Deshalb kann eine Supplementierung nicht nur, aber auch während der Schwangerschaft sinnvoll sein.

Beispielprodukt:

Nutri-Plus Vitamin D3 + K2 Tabletten

4.2.3 Jod

Schwangere haben einen erhöhten Jodbedarf. Die DGE nennt für Schwangere aktuell einen Referenzwert von 220 µg Jod pro Tag. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit jodiertem Speisesalz wird Schwangeren meist ein Supplement mit 100 bis 150 µg Jod pro Tag empfohlen. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte die Einnahme vorher ärztlich abgeklärt werden.

Hinweis: Jodpräparate sollten nicht unkritisch zusätzlich zu mehreren anderen Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Die Gesamtzufuhr aus Ernährung, Jodsalz und Supplementen sollte berücksichtigt werden, da sowohl eine Unterversorgung als auch eine deutliche Überversorgung in der Schwangerschaft ungünstig sein kann. Bei bekannten Schilddrüsenerkrankungen, Schilddrüsenmedikation oder auffälligen Schilddrüsenwerten ist eine ärztliche Rücksprache besonders wichtig.

Hinweis zu Algen: Algen sind keine verlässlich sichere Jodquelle in der Schwangerschaft. Ihr Jodgehalt kann stark schwanken und teilweise sehr hoch sein. Besonders Kombu, Kelp und getrocknete Meeresalgen können zu einer übermäßigen Jodzufuhr führen. Deshalb sollten Jodpräparate nicht durch Algen ersetzt werden. In der Schwangerschaft sind standardisierte Präparate mit bekannter Dosierung deutlich besser kontrollierbar.

Beispielprodukt:

  • Jod | Amazon (Jod-Supplemente sollten nur eingenommen werden, wenn der individuelle Bedarf bekannt ist. Die Gesamtzufuhr aus Ernährung, Jodsalz und anderen Supplements muss berücksichtigt werden, da eine Überversorgung in der Schwangerschaft gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind verursachen kann.)

4.2.4 Eisen

Eisen ist in der Schwangerschaft oft kritisch. Vegane eisenreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Hülsenfrüchte, Tofu, Vollkorn, Nüsse, Samen und grünes Gemüse (s. 6.1 in unserem Nährstoff-Guide). Der DGE Referenzwert für Schwangere liegt bei 27 mg Eisen pro Tag. Dieser Bedarf wird über die Ernährung alleine häufig nicht verlässlich gedeckt, weshalb ein relevanter Anteil der Schwangeren in Deutschland im Verlauf Eisen supplementiert bekommt – in der Regel nicht prophylaktisch, sondern nach Diagnostik (z. B. Hb und Ferritin) bei nachgewiesenem Mangel.

Gleichzeitig wird keine pauschale Eisensupplementierung für alle Schwangeren empfohlen, sondern eine individuelle Beurteilung anhand von Blutbild und Eisenstatus, weil nicht jede Schwangere automatisch ein Präparat braucht.

Beispielprodukte (nur bei nachgewiesenem Bedarf):

Nutri-Plus Eisen + Vitamin C Tabletten

4.2.5 DHA

Auch für nicht-vegane Schwangere ist eine DHA-Supplementierung häufig relevant, da kein ausreichender regelmäßiger Verzehr von fettreichem Meeresfisch erfolgt und dieser auch als unethisch gewertet werden kann. Die DGE und Gesund ins Leben nennen durchschnittlich 200 mg DHA täglich als Orientierung. Da die Vorstufe ALA aus Pflanzen nur begrenzt in EPA und DHA umgewandelt wird, ist bei veganer Ernährung eine Supplementierung mit Mikroalgenöl wichtig und etwas höhere Dosen können als praxisnahe Absicherung sinnvoll sein.

Beispielprodukte:

Nutri-Plus Omega-3 Kapseln mit EPA und DHA aus Mikroalgenöl

4.3. Spezifisch kritische Nährstoffe in einer veganen Schwangerschaft

Vitamin B12 gilt in veganen Schwangerschaften als besonders kritisch, da es praktisch nicht in verlässlich ausreichenden Mengen aus pflanzlichen Lebensmitteln aufgenommen werden kann. Auch Cholin und Calcium verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Wichtiger Hinweis: Die bereitgestellten Produktverlinkungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Die Auswahl und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte insbesondere während Schwangerschaft und Stillzeit immer individuell und in Rücksprache mit einer qualifizierten Ärztin/Arzt erfolgen.
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4.3.1 Vitamin B12

Vitamin B12 ist bei veganer Ernährung der wichtigste kritische Nährstoff. Eine ausreichende Versorgung ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht allein über pflanzliche Lebensmittel möglich. Auch Algen, fermentierte Lebensmittel, Sauerkraut oder Pilze sind keine verlässlichen Vitamin B12 Quellen. Eine Supplementierung ist bei veganer Ernährung daher zwingend erforderlich.

In der Schwangerschaft ist eine sichere Vitamin B12 Versorgung besonders wichtig, da ein Mangel die Gesundheit der Mutter und die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Die DGE nennt für Schwangere einen Schätzwert für eine angemessene Vitamin B12 Zufuhr von 4,5 µg pro Tag.

Viele Schwangerschafts-Multivitaminpräparate enthalten nur geringe Mengen Vitamin B12. Deshalb sollte bei veganer Ernährung geprüft werden, ob die enthaltene Menge ausreicht oder ob zusätzlich ein separates Vitamin B12 Präparat sinnvoll ist.

Zur Kontrolle der Versorgung eignet sich neben dem Gesamt-B12 im Serum vor allem Holotranscobalamin als früher Marker. Bei unklaren Befunden können zusätzlich Methylmalonsäure und Homocystein hilfreich sein.

Als praktische Orientierung werden bei veganer Ernährung häufig tägliche Dosierungen im Bereich von etwa 50 bis 250 µg Vitamin B12 verwendet (Hinweis: nicht die komplette eingenommene Dosis wird auch vom Körper aufgenommen). Alternativ sind auch höher dosierte Präparate in größeren Einnahmeabständen möglich. Die passende Dosierung sollte individuell gewählt werden und sich an Einnahmeform, Regelmäßigkeit, Laborwerten und ärztlicher oder ernährungsmedizinischer Begleitung orientieren.

Beispielprodukte:

Nutri-Plus Vitamin B12 als Lutschtabletten und als Tropfen

4.3.2 Cholin

Cholin ist ein wichtiger Nährstoff, der u.a. für Zellmembranen, Leberstoffwechsel und die Gehirnentwicklung des Kindes relevant ist. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), gibt für Schwangere einen Adequate Intake von 480 mg Cholin pro Tag an.

Eine generelle Pflicht-Supplementierung mit Cholin für alle Schwangeren ist derzeit nicht etabliert. Dennoch kann Cholin bei veganer Ernährung besondere Aufmerksamkeit verdienen, da tierische cholinreiche Lebensmittel in der Mischkost, vor allem Eier, nicht verzehrt werden und viele Schwangerschafts-Multivitaminpräparate kein oder nur wenig Cholin enthalten.

Gute pflanzliche Cholinquellen sind zum Beispiel Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Quinoa, Nüsse, Samen und Kreuzblütler wie Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl. Trotzdem wird die Zielmenge von 480 mg pro Tag im Alltag nicht immer zuverlässig erreicht.

Eine ergänzende Zufuhr kann daher individuell sinnvoll sein, insbesondere wenn die Ernährung wenig cholinreiche Lebensmittel enthält oder das Prenatalpräparat kein Cholin liefert. Als praktische Orientierung kann eine Ergänzung von etwa 200 mg Cholin pro Tag erwogen werden. Die konkrete Entscheidung sollte sich an der Ernährung, dem verwendeten Schwangerschaftspräparat und der individuellen Beratung orientieren.

Beispielprodukt:

4.3.3 Calcium

Eine ausreichende Versorgung kann z.B. durch eine Kombination aus calciumreichem Mineralwasser, calciumangereichertem Pflanzendrink, calciumreichem Tofu und grünem Gemüse erreicht werden. Eine einfache Größenordnung ist: 1 Liter calciumreiches Mineralwasser kann schon einen großen Teil liefern, aber das ist je nach Produkt sehr unterschiedlich. Eine Supplementierung kann sinnvoll sein, wenn die empfohlene Zufuhr von etwa 1000 mg pro Tag nicht zuverlässig über calciumreiche Lebensmittel und angereicherte Produkte erreicht wird.

Beispielprodukt:

Nutri-Plus Calcium Tabletten

4.3.4 Zink

Auch hier ist der Bedarf in der Schwangerschaft erhöht, gleichzeitig fallen aber viele Ernährungsweisen (nicht nur die pflanzliche) relativ zinkarm aus. Bei veganer Ernährung braucht man oft eher den oberen Bereich, also grob 9 bis 13 mg/Tag, weil die Bioverfügbarkeit niedriger sein kann.

Beispielprodukt:

Nutri-Plus Zink Tabletten

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Empfehlenswerte Supplemente für Schwangerschaft/Stillzeit:
Die Auswahl und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte insbesondere während Schwangerschaft und Stillzeit immer individuell und in Rücksprache mit einer qualifizierten Ärztin/Arzt erfolgen.

Nutri-Plus Vitamin B12 als Lutschtabletten und als Tropfen
Vitamin B12 als Lutschtabletten / Tropfen
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Nutri-Plus Vitamin D3 + K2 Tabletten
Vitamin D3 + K2 Tabletten
(-10% mit dem Code: VEGANIST)
Nutri-Plus Omega-3 Kapseln mit EPA und DHA aus Mikroalgenöl
Omega 3 – mit EPA & DHA
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Weitere potenziell sinnvolle Supplemente:

Nutri-Plus Eisen + Vitamin C Tabletten
Eisen + Vitamin C Tabletten
(-10% mit dem Code: VEGANIST)
Nutri-Plus Zink Tabletten
Zink Tabletten
(-10% mit dem Code: VEGANIST)
Nutri-Plus Calcium Tabletten
Calcium Tabletten
(-10% mit dem Code: VEGANIST)
Drei Beutel veganes Proteinpulver von Nutri-Plus: Vegan 3K Protein und Nature’s Protein

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5. Vernünftige Tellergestaltung für vegane Schwangere

Außerhalb besonderer Lebensphasen kann die Gießener vegane Lebensmittelpyramide (s. S. 3) als Orientierung für eine vollwertige pflanzliche Ernährung genutzt werden. Diese Ernährungspyramide sowie die allgemeinen Grundlagen der Tellergestaltung besprechen wir ausführlich in diesem GUIDE.

Gießener vegane Lebensmittelpyramide
Basis-Teller für Hauptgerichte: 50 % Gemüse, 25 % Protein, 25 % ballaststoffreiche Kohlenhydrate
Basis-Frühstücksbowls (süß): Protein, Früchte und ballaststoffreiche Kohlenhydrate

→ Darauf aufbauend wurde diese Modifikation für vegane Schwangere erstellt:

Gießener vegane Pyramide, modifiziert für die Schwangerschaft

Wie gestaltet man also als Schwangere seine Hauptmahlzeiten-Teller?

Prinzipiell decken sich die Empfehlungen während der Schwangerschaft größtenteils mit allgemeinen Empfehlungen zur veganen Tellergestaltung. Allerdings steigt im Verlauf der Schwangerschaft der Kalorienbedarf (mehr Infos s.u.).
Ab dem zweiten Trimester erhöht sich insbesondere der Bedarf an Protein, während zur Deckung des zusätzlichen Energiebedarfs meist auch mehr kohlenhydratreiche Lebensmittel sinnvoll sind.

In Zusammenarbeit mit Christina Dengg, Expertin für vegane Ernährung und Ernährungswissenschaftlerin, können wir für folgende Ernährungskreise zur Orientierung für die jeweiligen Schwangerschafts-Trimester an die Hand geben:

Ernährungskreis 1. Trimester: eine Hälfte Gemüse und Obst, je ein Viertel Getreideprodukte, Pseudogetreide und Kartoffeln sowie Protein, ergänzend Fette
TRIMESTER 1:
Ernährungskreis 2. und 3. Trimester sowie Stillzeit: je ein Drittel Gemüse und Obst, Getreideprodukte, Pseudogetreide und Kartoffeln sowie Protein, ergänzend Fette
TRIMESTER 2 UND 3 + STILLZEIT:

Beispiel-Gerichte:
(Aufteilung richtet sich hier nach dem 1. Trimester, kann aber einfach entsprechend angepasst werden)

Schale Porridge mit Beeren, Apfelspalten und Mandeln
Porridge: Haferflocken, Mandeln, Sojadrink, Obst
Teller mit Roggenvollkornsauerteigbrot, rotem Linsenaufstrich und rohem Gemüse
Roggenvollkornsauerteigbrot, Rote-Linsen-Aufstrich, Gemüse
Schale grüne Erbsen-Kartoffelsuppe mit gebratenem Räuchertofu
Erbsen-Kartoffelsuppe mit Räuchertofu
Schale Linsen-Quinoa-Salat mit Gemüse und Kürbiskernen
Linsen-Quinoa-Salat mit Gemüse und Kürbiskernen
Schale Chili sin Carne mit Kidneybohnen, Mais und Reis
Chili Sin Carne mit Kidneybohnen und Mais
Bowl mit Tempeh, Quinoa, Brokkoli und Erdnusssauce
Tempeh-Bowl mit Quinoa, Brokkoli und Erdnusssauce

6. VERTIEFEND: Ernährungsempfehlungen für vegane Schwangere

6.1 Mehrbedarf Energie

Während der Schwangerschaft steigt nicht nur der Bedarf an Mikronährstoffen, sondern auch der Energiebedarf, da der Körper zusätzlich das heranwachsende Kind versorgt und gleichzeitig große Anpassungsprozesse leistet. Anders als viele denken, steigt der Energiebedarf jedoch nur leicht an: im 2. Trimester werden etwa 250 kcal zusätzlich pro Tag benötigt, im 3. Trimester und in der Stillzeit rund 500 kcal mehr täglich. 500 kcal entsprechen zum Beispiel zwei Hummusbroten mit Gemüse und Nüssen oder einer Schüssel Sojajoghurt mit Haferflocken, Obst und Nüssen.

Hier eine Übersicht über die empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft:

  • Untergewicht < 18,5 (BMI vor der Schwangerschaft in kg/m²)
    Empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: 12,5 bis 18 kg. Durchschnittliche Gewichtszunahme im 2. und 3. Trimester: 0,5 kg/Woche.
  • Normalgewicht 18,5 – 24,9
    Empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: 11,5 bis 16 kg. Durchschnittliche Gewichtszunahme im 2. und 3. Trimester: 0,4 kg/Woche.
  • Übergewicht 25 – 29,9
    Empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: 7 bis 11,5 kg. Durchschnittliche Gewichtszunahme im 2. und 3. Trimester: 0,3 kg/Woche.
  • Adipositas (alle Klassen) ≥30
    Empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: 5 bis 9 kg. Durchschnittliche Gewichtszunahme im 2. und 3. Trimester: 0,2 kg/Woche.

Quelle

Zu Beginn einer Schwangerschaft tritt oft Appetitlosigkeit auf und pflanzliche Ernährung hat tendenziell eine niedrigere Energiedichte. Daher solltest du darauf achten, nicht nur gesund, sondern auch energiedicht genug zu essen. Wichtig sind regelmäßige Mahlzeiten mit einer guten Mischung aus Hülsenfrüchten, Vollkorn, Gemüse und Obst, aber auch gezielt eingebauten, energiedichten Lebensmittel wie:

  • Nüsse, Samen, Nussmuse/Samenmuse
  • Pflanzliche Öle und Fette
  • Oliven
  • Vollfette Sojaprodukte wie Tofu, Sojadrinks

6.2 Mehrbedarf Protein

(HIER findest du unseren KOSTENLOSEN ultimativen VEGANEN PROTEIN-GUIDE 💪)

Für eine ausreichende Proteinversorgung sollten über den Tag verteilt verschiedene pflanzliche Eiweißquellen verzehrt werden. Besonders sinnvoll sind Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh, Sojadrink und Sojajoghurt, außerdem Hülsenfrüchte, Seitan, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen.

Um die Proteinqualität der Ernährung zu verbessern, ist eine abwechslungsreiche Kombination verschiedener pflanzlicher Proteinquellen hilfreich. Besonders gut ergänzen sich zum Beispiel Getreide und Hülsenfrüchte, etwa Linsen mit Reis, Vollkornbrot mit Hummus oder Bohnen mit Mais. Diese Kombination muss nicht zwingend in jeder einzelnen Mahlzeit erfolgen, sondern kann über den Tag verteilt erreicht werden.

Einweichen, Keimen, Fermentieren und gründliches Erhitzen/Kochen können die Verdaulichkeit von Hülsenfrüchten und Getreide verbessern und den Gehalt bestimmter hemmender Pflanzenstoffe reduzieren.

→ Proteinzufuhr-Empfehlungen 💪

Der Proteinbedarf steigt in der Schwangerschaft moderat an. Die offiziellen Referenzwerte liegen deutlich niedriger als viele Optimierungsangaben aus dem Sportbereich. Bei veganer Ernährung kann es dennoch sinnvoll sein, etwas oberhalb der Mindestwerte zu planen, da pflanzliche Proteinquellen je nach Lebensmittel eine unterschiedliche Verdaulichkeit und Aminosäurenzusammensetzung haben.

Als alltagstaugliche Orientierung für vegane Schwangere ohne intensiven Kraftsport können folgende Zielbereiche dienen:

  • 1. Trimester: etwa 1,0 bis 1,2 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag
  • 2. Trimester: etwa 1,1 bis 1,3 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag
  • 3. Trimester: etwa 1,2 bis 1,4 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag

Bei einer 65 kg schweren Schwangeren wären das ungefähr:

  • 1. Trimester: etwa 65 bis 78 g Protein pro Tag
  • 2. Trimester: etwa 72 bis 85 g Protein pro Tag
  • 3. Trimester: etwa 78 bis 91 g Protein pro Tag

Diese Werte sind keine Pflichtmengen, sondern praktische Orientierungsbereiche. Sie liegen bewusst etwas über den offiziellen Mindest- bzw. Referenzwerten und sollen helfen, die Versorgung im veganen Alltag zuverlässig abzudecken. Bei intensivem Sport, Mehrlingsschwangerschaft, Untergewicht, unzureichender Gewichtszunahme oder Erkrankungen sollte die Proteinzufuhr individuell angepasst werden.

Teil 2 – Stillzeit · 7. Nährstoff-Leitfaden für Babys und Stillende

Links ein gestilltes Baby im Arm seiner Mutter, rechts ein Kalb am Euter einer Kuh

Disclaimer: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Informiere dich eigenständig und lasse dich idealerweise von qualifiziertem Fachpersonal begleiten.

7.1 Position wissenschaftlicher Fachgesellschaften & Datenlage

Die Datenlage zur veganen Ernährung im Kindes- und Säuglingsalter ist begrenzt, aber deutlich differenzierter als oft dargestellt: große Fachgesellschaften sprechen meist kein pauschales Ja, aber auch kein generelles Nein aus. Die ESPGHAN kommt 2025 zu dem Schluss, dass vegane Ernährung bei Säuglingen umsetzbar ist, wenn sie sorgfältig geplant, supplementiert und fachlich begleitet wird – mit regelmäßiger Kontrolle von Wachstum und kritischen Nährstoffen.

Verfügbare Reviews stützen dies: Brits & le Grange (2025) betonen beispielsweise, dass eine gut geplante vegane Ernährung auch bei Säuglingen grundsätzlich möglich ist. Muttermilch gilt als ideale Ernährung, sofern die Mutter ausreichend supplementiert; bei fehlendem Stillen wird speziell formulierte Soja-Säuglingsnahrung empfohlen, gewöhnliche Pflanzenmilch hingegen abgelehnt.

➡️ Weitere, ausführlichere Studienanalysen zur veganer Ernährung von Kindern und Jugendlichen findest du auf studienabc.de

7.2 Stillzeit

Illustration: Mutter stillt ihr Baby auf dem Sofa

7.2.1 Allgemeine Stillempfehlungen

Stillen gilt als die ideale Ernährung für Säuglinge. Die Muttermilch ist optimal an die Bedürfnisse des Babys angepasst, gesundheitsförderlich, hygienisch und wohltemperiert. In den ersten 4-6 Lebensmonaten wird ausschließliches Stillen empfohlen – keine zusätzliche Nahrung oder Flüssigkeit nötig. Als Alternative zum Stillen eignet sich eine zugelassene pflanzliche Säuglingsanfangsnahrung. Danach sollte das Baby mindestens bis zum ersten Geburtstag (zusammen mit Beikost) weiter gestillt werden. Niemals sollte Säuglingsnahrung auf eigene Faust mit einem Pflanzendrink hergestellt werden, da der Nährstoffbedarf damit nicht gedeckt werden kann!

Auch während der Stillzeit müssen kritische Nährstoffe weiterhin beachtet werden. Der Gehalt an Vitamin D und K ist in der Muttermilch von Natur aus gering. Deshalb empfehlen Fachgesellschaften wie Netzwerk Gesund ins Leben allgemein – unabhängig von der Ernährungsweise der Mutter – eine Supplementierung des Säuglings:

  • Vitamin D: 400-500 I.E. pro Tag bis zum 2. erlebten Frühsommer; Achtung: Tabletten nur vollständig aufgelöst verabreichen! Wer eine pflanzliche Variante möchte, sollte beim Arzt oder in der Apotheke gezielt nach einem veganen Supplement aus Flechten fragen.
  • Vitamin K: wird i.d.R. bei den Vorsorgeuntersuchungen (U1, U2 und U3) gegeben

7.2.2 Übersichtstabelle: Supplementierung in der Stillzeit (für vegane Stillende)

💡 Im Folgenden handelt es sich nicht um einen Ersatz für eine individuelle Ernährungs- und Gesundheitsberatung durch qualifiziertes Fachpersonal. Alle Angaben ohne Gewähr!

*Die bereitgestellten Produktverlinkungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Die Auswahl und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte insbesondere während Schwangerschaft und Stillzeit immer individuell und in Rücksprache mit einer qualifizierten Ärztin/Arzt erfolgen.
Für alle Nutri-Plus.de Produkte gibt es mit dem Code VEGANIST -10%, da wir hier eine Affiliate-Kooperation haben.

8. Praktischer Leitfaden zur veganen Beikosteinführung

Illustration: Mutter füttert ihr Baby im Hochstuhl mit Brei

Ab etwa dem 6. Lebensmonat kann Beikost eingeführt werden, frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats, abhängig von den Reifezeichen des Kindes. Muttermilch oder geeignete Säuglingsanfangsnahrung bleibt dabei weiterhin eine wichtige Energie- und Nährstoffquelle.

Bei veganer Beikost sollte besonders auf Energie- und nährstoffdichte Mahlzeiten geachtet werden. Reiner Gemüsebrei reicht dafür nicht aus. Sinnvoll ist eine Kombination aus Gemüse, Kartoffeln oder Getreide, einer eisenreichen Proteinquelle und einer Energiequelle. Geeignete Zutaten können zum Beispiel gut gegarte und fein pürierte Hülsenfrüchte, Tofu, Hafer, Hirse, Nussmus in glatter Form sowie Rapsöl sein. Vitamin C-reiche Lebensmittel wie Obstmus oder geeignet zubereitetes Gemüse verbessern die Eisenaufnahme.

Wenn ein Baby vegan ernährt wird, muss Vitamin B12 verlässlich zugeführt werden. Eine ausreichende Versorgung allein über pflanzliche Lebensmittel ist nicht möglich. Je nach Ernährungssituation erfolgt die Versorgung über eine ausreichend supplementierte stillende Mutter, über geeignete Säuglingsanfangsnahrung und/oder über ein altersgerecht dosiertes Vitamin B12 Präparat für das Kind. Die Versorgung mit weiteren kritischen Nährstoffen wie Jod, Eisen, Zink, Calcium, Vitamin D und DHA sollte ebenfalls beachtet und fachlich begleitet werden.

Supplemente für Säuglinge sollten nicht nach Gefühl in den Brei gegeben, sondern in geeigneter Form und Dosierung verwendet werden. Besonders bei Jod, Selen und fettlöslichen Vitaminen ist eine Überdosierung möglich. Deshalb sollte die konkrete Supplementierung bei vegan ernährten Säuglingen individuell mit Kinderärztin, Kinderarzt oder qualifizierter Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.

Grundsätzlich braucht eine sinnvolle vegane Beikost täglich oder fast täglich diese Bausteine:

  • Eisenquelle: Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Tofu, Hafer, Hirse
  • Vitamin C-Quelle: Obstmus, Brokkoli, Paprika in geeigneter Form
  • Energiequelle: Rapsöl, Nussmus oder Mandelmus in glatter Form, Avocado in kleinen Mengen
  • Eiweißquelle: Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, geeignete Säuglingsnahrung
  • Calciumquelle: geeignete Säuglingsnahrung, später gezielt calciumreiche Lebensmittel
  • B12-Quelle: nicht Lebensmittel, sondern Supplement oder sicher angereicherte Strategie

Phase 1: Start der Beikost

Etwa Monat 5 bis 6
Starte mit einer Mahlzeit täglich, meist mittags. Klassisch beginnt man mit Gemüse-Kartoffel-Brei. Für die vegane Variante reicht aber Gemüse plus Kartoffel allein nicht, weil dann vor allem Eisen fehlt. Deshalb sollte die vegane Version von Anfang an eine eisenreiche Komponente enthalten, z.B. fein pürierte rote Linsen, weiße Bohnen, Kichererbsenmus oder Seidentofu bzw. gut geeigneten Tofu in passender Konsistenz. Dazu kommt etwas Rapsöl für Energie und essentielle Fettsäuren. Vitamin C-reiches Gemüse oder Obst im selben Brei verbessern die Eisenaufnahme. Anfangs nur wenige Löffel, dann langsam steigern.

🥣 Beispiel für den Startbrei: Karotte/Kürbis plus Kartoffel plus rote Linsen plus 1-2 Teelöffel Rapsöl. Alternative: Brokkoli oder Pastinake + Kartoffel + weiße Bohnenmus + Rapsöl.

Schale mit Karotten-Kartoffel-Linsen-Brei, daneben Karotten, Kartoffeln, rote Linsen und Rapsöl

Phase 2: Zweite Mahlzeit

Etwa 2 bis 4 Wochen später
Wenn die Mittagsmahlzeit gut klappt, kommt meist ein Getreide-Obst-Brei dazu, oft nachmittags. Hier sind Hafer und Hirse besonders sinnvoll, weil sie mehr Eisen liefern als viele andere Getreide. Kombiniert wird das mit Obstmus, zum Beispiel Apfel, Birne oder Beerenmus, plus etwas Nussmus in kleiner Menge, wenn altersgerecht eingeführt und gut vertragen. Dieser Brei ist milchfrei und liefert Energie, Kohlenhydrate und weitere Mikronährstoffe.

🥣 Beispiel: Haferflocken oder Hirsebrei plus Apfel oder Birne plus 1 Teelöffel weißes Mandelmus oder Cashewmus in glatter Form.

Schale Getreidebrei mit Haferflocken, Hirse, Apfelmus und Mandelmus

Phase 3: Dritte Mahlzeit

Wieder einige Wochen später
Dann folgt meist ein Milch-Getreide-Brei, oft abends. Für eine vegane Variante eignen sich idealerweise abgepumpte Muttermilch oder eine geeignete Säuglingsformula. Nicht angereicherte Pflanzendrinks und Pflanzendrinks auf Basis von Mandel, Hafer oder Reis sind nicht als Kuhmilchersatz gedacht.

Falls abgepumpte Muttermilch oder Formula im Alltag nicht verfügbar sind, kann für die Zubereitung des Breis ausnahmsweise auch ein kalziumangereicherter Soja- oder Erbsendrink verwendet werden. Alternativ eignet sich verdünnter kalziumangereicherter Sojajoghurt. Sinnvoll ist dabei zusätzlich etwa 1 TL Nuss- oder Samenmus, um die Energie- und Nährstoffdichte zu erhöhen.

Der klassische Milch-Getreide-Brei ist wegen Eiweiß und Calcium wichtig. Diese Nährstofffunktion musst du vegan sauber abbilden. Je nach Alltag kann auch weiter gestillt und die Beikostmenge langsam ausgebaut werden.

Zwei Schalen Milch-Getreide-Brei neben einer Packung Pflanzendrink

→ Vegane Säuglingsanfangsnahrung

Vor allem in den ersten 6 Monaten wird Stillen empfohlen. Falls das nicht möglich ist, ist industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrung die einzige sichere Alternative. Wie generell in der Stillzeit wird ärztliche Begleitung empfohlen. Die Nahrung sollte als „Säuglingsanfangsnahrung“ gekennzeichnet sein. Dann enthält sie die für Säuglinge vorgeschriebene Grundzusammensetzung an Energie, Eiweiß, essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Für Babys unter 1 Jahr sind normale Hafer- oder Sojadrinks usw. kein gesundheitlich adäquater Ersatz für Säuglingsanfangsnahrung!
Im deutschsprachigen Raum gibt es nur sehr wenige Produkte, die als vegane Säuglingsanfangsnahrung vermarktet werden.
(Nicht gesponsort) Ein aktuell verfügbares Produkt ist Bimbosan Bisoja 1+2:

Packung Bimbosan Bisoja 1+2, vegane Säuglingsanfangs- und Folgenahrung
👉 Zu Bimbosan Bisoja 1+2 – Vegane Säuglingsanfangs- und Folgenahrung (0–12 Monate)

Außerdem gibt es spezielle Formulanahrung für medizinische Zwecke (z.B. für Babys mit Allergien gegen Kuhmilch- oder Soja(protein) und ethischer Ablehnung von Tierausbeutung), bei der bestimmte Proteinhydrolysate (stark aufgespaltene Proteine) verwendet werden dürfen, etwa auf Basis von Reisprotein. Es handelt sich zum aktuellen Zeitpunkt um medizinische Spezialprodukte, die in (Online-) Apotheken bzw. in Absprache mit dem Arzt erhältlich sind.

→ Ein einfacher 4-Wochen-Plan für die Beikosteinführung

Schaubild „Beikosteinführung Schritt für Schritt“ mit den Wochen 1 bis 4 und folgende

Woche 1:
Einmal täglich mittags 2 bis 6 Löffel Gemüse-Kartoffel-Linsen- oder Bohnen-Brei. Danach stillen oder Flasche nach Bedarf.

Woche 2:
Mittagsmenge steigern. Ziel ist langsam eine kleine bis mittlere Portion. Öl konsequent dazugeben. Bei guter Verträglichkeit Gemüse variieren.

Woche 3:
Nachmittags zusätzlich Getreide-Obst-Brei einführen. Mit kleinen Mengen starten. Hafer oder Hirse bevorzugen.

Woche 4 und folgende:
Abends Milch-Getreide-Brei mit geeigneter Säuglingsnahrung ergänzen. Parallel bleiben Stillen oder Flaschennahrung weiterhin wichtige Hauptenergiequelle.

9. Kontrolle und Anlaufstellen

Unabhängig von der Ernährungsweise sind regelmäßige, engmaschige kinderärztliche Kontrollen anzuraten.

🏥✅ Sinnvolle Anlaufstellen für allgemeine Beratung in Deutschland:

🏥✅ Spezialisierte vegane Anlaufstellen im DE-/AT-Raum:

  • Dr. Anika Döll (Ärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung zur Ernährungsmedizinerin), 📍 Xanten, ärztliche Begleitung in der Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit sowie Laborkontrollen
  • Christina Dengg (MSc Ernährungswissenschaft), 📍 Wien & Online, Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit
  • Carolin Wiedmann (Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin), 📍 München & Online, ärztliche Begleitung in der Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit
  • Dominik Machner (MSc Sport- und Ernährungswissenschaft), 📍 Hannover, Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit
  • Sonja Kunz, vegane Ernährungsberaterin für Mutter & Kind, 📍 Köln & Online

10. Fazit

Illustration: schwangere Frau neben einer Schale mit Hülsenfrüchten, Tofu, Präparaten und einer Lupe mit der Aufschrift „Fazit“

Eine sichere Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglingsversorgung benötigt immer eine gut geplante Ernährung – das gilt nicht nur, aber besonders auch bei rein pflanzlicher Ernährung. Es ist grundsätzlich möglich, als Veganerin ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und aufzuziehen.
Die ernährungswissenschaftliche Datenlage während der Schwangerschaft und Stillzeit ist im Gegensatz zur erwachsenen Allgemeinbevölkerung limitierter. Zusammenfassend lässt sich nach aktuellem Stand folgendes sagen:

  • Eine ausreichende Versorgung ist vegan möglich
  • Entscheidend sind eine gute Planung inkl. angereicherte Lebensmittel, Wissen über kritische Nährstoffe und Supplementierung
  • Engmaschige medizinische Begleitung wird (wie in jeder Schwangerschaft) empfohlen; zusätzlich kann Begleitung durch eine Ernährungsberatung sehr sinnvoll sein.

Wie immer gilt: Der wichtigste Faktor ist nicht die Ernährungsform selbst, sondern wie gut sie umgesetzt wird

Professionelle Begleitung für vegane Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglingsalter 🤝

ℹ️ In sensiblen Lebensphasen ist es notwendig, medizinisches Fachpersonal zu konsultieren. Hier findest du freundschaftliche Empfehlungen von Experten, denen wir vertrauen. Wenn du dort einen Termin buchst, lass sie gern wissen, dass du von uns kommst 😊

Ein spezieller Dank geht an Dr. Anika Döll und Ernährungswissenschaftlerin Christina Dengg, die uns bei der Erstellung dieses Leitfadens mit ihrem wertvollen Fachwissen unterstützt haben:

Dr. Anika Döll, Ärztin für Allgemeinmedizin und Ernährungsmedizinerin
Dr. Anika Döll
Dr. Anika Döll ist Ärztin für Allgemeinmedizin mit Weiterbildung zur Ernährungsmedizinerin. In ihrer eigenen Praxis sind auch Laborkotrollen möglich. Da sie dort auch Kinder und Schwangere behandelt, hat sie sich viel mit dem Thema pflanzliche Ernährung bei dieser Zielgruppe beschäftigt.
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Auf Basis des sympathischen Kennenlernens auf der VeggieWorld 2026 mit Anika haben wir uns zusammengetan, um endlich einen für Laien verständlichen, einfachen Guide für den Familienalltag umzusetzen :)
Christina Dengg, vegane Ernährungsberaterin M.Sc.
BBSc, MSc Christina Dengg
Christina (BBSc, MSC) ist Expertin für vegane Ernährung und Ernährungswissenschaftlerin. Sie bietet individuelle Beratung in Schwangerschaft und Stillzeit an. Zudem betreibt sie wissenschaftlich fundierte Beratung unter Berücksichtigung von Allergien und Unverträglichkeiten, Verdauungsbeschwerden, sportlichen Zielen usw.
➡️ Zum gemeinsamen Podcast
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Dominik Machner, veganer Ernährungsberater M.Sc.
Darüber hinaus empfehlen wir Dominik Machner (MSc Sport- und Ernährungswissenschaft), der ebenfalls Beratung für Schwangere und Stillende, aber auch bei Allergien, Kurzdarmsyndrom uvm. anbietet.
➡️ Zum gemeinsamen Podcast
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💡 Weitere hilfreiche Ressourcen von uns für eine vernünftige Ernährung außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit

Unser Merch

👉 Unseren gesamten Merch findest du hier: